Beschreibung von Begriffen und Grundsätzen
Eine Sicherheitsfunktion ist die Fähigkeit eines sicherheitsbezogenen Kontrollsystems, (sicherheitsbezogene Steuerung) Risiken auf dem allgemein akzeptierten Niveau zu halten. Ein Ausfall an einer Sicherheitsfunktion führt demzufolge zur Erhöhung des Risikos – es wird gefährlich.
Alle Betriebsarten, bei denen alle Sicherheitsfunktionen im Sollzustand sind – risikoärmster Betrieb – werden in der Sicherheitstechnik als Normalbetriebsarten bezeichnet.
Betriebsarten, die nur zu besonderen Aufgaben unter besonderen Bedingungen mit erhöhtem Risiko möglich sind, werden in der Sicherheitstechnik als Sonderbetriebsarten bezeichnet.
Dazu gehört beispielsweise die Prozessbeobachtung zur Fehleranalyse im Gefahrenbereich.
Die Anforderung einer Sicherheitsfunktion ist jedes Ereignis oder jede Handlung, welche das sicherheitsbezogene Kontrollsystem zu einer Reaktion veranlasst (Sicherheitseinrichtung löst aus ê Kompressor steht).
Die Anforderungsrate (rd) beschreibt die Anzahl der Anforderungen einer Sicherheitsfunktion, die für die Validierung des sicherheitsbezogenen Kontrollsystems eingesetzt wurde.
Beschreibung des Sicherheitskonzeptes
Der Kompressor hat ein sicherheitsbezogenes Kontrollsystem (SRCS), das alle Sicherheitsfunktionen (SF), die NOT-HALT-Funktion (EMO) und die sicherheitsbezogenen Schnittstellen (SRI) steuert.
Das sicherheitsbezogene Kontrollsystem (SRCS) ist allen anderen Befehlen, Steuerungen und Funktionen übergeordnet.
Die Haupt-Trenneinrichtung für die elektrische Energie steuert auch die Haupt-Trenneinrichtungen und alle Nebenaggregate.
Die Haupt-Trenneinrichtung für die elektrische Energie steuert nicht die Spannungsversorgung für den Kompressor und sämtliche Nebenaggregate.
Alle sicherheitsbezogenen Signale von Sicherheitsfunktionen (SF) und NOT-HALT (EMO) stehen zur weiteren Verknüpfung an der sicherheitsbezogenen Schnittstelle (SRI) der sicheren Ein- und Ausgangsmodule zur Verfügung.
Versagen der Sicherheitsausrüstung
Wenn die Person/en (Arbeitnehmer), welche den Kompressor nutzen oder bedienen, ein Versagen an der Sicherheitsausrüstung, wie beispielsweise an Schutztüren oder Sicherheitsfunktionen feststellt/en, darf der Kompressor nicht mehr weiter benutzt werden! Es ist sofort der Zustand mit der größtmöglichen Sicherheit herzustellen und umgehend ist/sind die verantwortliche Person/en zu informieren!
Der Betreiber (Arbeitgeber) muss für den Fall des Versagens von Sicherheitsausrüstungen entsprechende organisatorische Maßnahmen (Betriebsanweisung) erlassen.
Hinweis zu den Sicherheitsgrundsätzen
Für diese Sicherheitsfunktion sind Logik und Output aufgrund des verwendeten Sicherheitssteuergerätes zu einer Einheit zusammengefasst.
Beschreibung der Begriffe und Grundsätze Input (I)
Als Input (I) werden alle sicherheitsbezogenen Betriebsmittel bezeichnet, die eine Abweichung vom Sollzustand – dem risikoärmsten Zustand – erkennen. Dies können beispielsweise ein Druckschalter, ein Sicherheitsventil, usw. sein.
Beschreibung der Begriffe und Grundsätze Logik (L)
Als Logik (L) werden alle sicherheitsbezogenen Betriebsmittel bezeichnet, die Signale des Input so verknüpfen, dass bei einer Anforderung einer Sicherheitsfunktion die zur Risikominderung notwendigen Outputs in der richtigen Reihenfolge und Funktion reagieren können. Dies können beispielsweise einfache sicherheitsbezogene Schaltgeräte, aber auch sicherheitsbezogene programmierbare Steuerungen sein.
Beschreibung der Begriffe und Grundsätze Output (O)
Als Output (O) werden alle sicherheitsbezogenen Betriebsmittel bezeichnet, welche die Steuerbefehle zum Erreichen des risikoärmsten Zustands ausführen. Dies können beispielsweise Magnetventile oder Motorsteuerplatinen mit sicheren Eingängen sein.